Dienstag, 1. April 2014

Sajuna

Es war einmal ein Lehrer, der für die Form 1 (Klasse 7) der JHS eine Exkursion plante. Naja, es war noch kein richtiges Planen. Er wusste noch nicht wohin und wahrscheinlich auch nicht wie er es finanzieren sollte.
Allerdings wurde dieser Lehrer eines Tages von der Schule geworfen, da er einer Schülerin das Handy geliehen hatte, die vorgegeben hatte, mit ihrer Mutter zu telefonieren und diese dann zu besuchen aber letztendlich wo ganz anders hingegangen ist.. und so weiter und so fort.. blablabla
Auf jeden Fall drohte diese Exkursion nicht mehr stattzufinden. Aber die Kinder sahen einen Ausweg: Es gibt ja noch die Freiwilligen. Es war nicht schwer uns zu überzeugen, die Organisation zu übernehmen.
Eine Abstimmung ergab: Auf zum Sajuna Beach Club!
Nach gefühlten 1000 Anrufen, in denen ich versuchte, den Referent zu bewegen, einen Bus für uns klarzumachen, ging es am 15. März los.
Die Finanzierung haben wir folgendermaßen geregelt: Jeder, der auch Schulgeld bezahlt sollte seinen Anteil bezahlen. Dieses Geld haben wir auch tatsächlich in etwa zusammenbekommen. Die Kosten für die Waisen wollten wir übernehmen. So weit so gut.

Es war ein unglaublicher Tag!
Wie sich die Kids gefreut haben. Als der Bus losfuhr haben sie die ersten 5 Minuten erst mal durchgejubelt.
Ich hab heulen müssen vor Glück und wusste: das war eine richtige Entscheidung.
Zum Frühstück gab es Porridge (Brei mit Haferflocken aus der Tüte) mit Brot von der Straße. Nach eineinhalb Stunden waren wir da: Sajuna Beach Club ist eine Anlage, die verschiedene Sportmöglichkeiten anbietet: Fußball, Volleyball, Tischtennis, Tischkicker, Trampolin, Bootfahren auf dem Volta-Fluss (was leider extra gekostet hätte) und zwei Smimmingpools.
FOR HAPPY PEOPLE ONLY stand über dem Eingang. Da waren wir schon mal richtig.
Die Kids hatten vor, ein Fußballmatch gegen andere Ghanaer zu spielen.
Aber von wegen: wie nicht anders zu erwarten waren sie so sehr vom Swimming Pool begeistert, dass sie fast den ganzen halben Tag darin verbracht haben. Für viele war es eben auch das erst Mal.
Es hat sooo viel Spaß gemacht mit den Jungs und Mädels im Wasser zu toben bis die Augen rot waren. Es hat mich schlichtweg glücklich gemacht, sie so ausgelassen zu sehen.
Was will man mehr?
Zu Mittag brachten wir ihnen Kenkey (ein in Plantainblätter gewickelter Teig mit Pepper).
Wir waren uns sicher, irgendwas musste schiefgehen. Wir konnten es kaum glauben. Bis zur letzten Minute lief alles glatt.
Aber natürlich blieb es nicht dabei. Der Referent sagte mir, dass der Bus 200 GHS kosten sollte. Aber plötzlich wollte der Fahrer 380 GHS. Das ist praktisch das Doppelte. Leider machte er keinerlei Kompromisse. Den Ref konnte ich in diesem Moment nicht kontaktieren, da mein Handy tot wahr.
Am nächsten Tag wusste der Referent von nichts und versprach, das Geld zurückzubringen. Darauf warten wir zwar noch.. aber okay.
Davon wollte ich mir mal meine schöne Erinnerungen an diesen Tag nicht verderben. Ist ja letztendlich nur Geld ;-)

Zum Schluss noch ein paar Fotos. Im nächsten Post werde ich von unserer Reise, die ich mit Janin und ihrer Freundin unternommen habe, berichten.
Bis dann meine Lieben ! <3

zu 34igst in einem 22-Sitzer
Das unten links ist Porridge.

Kurz vor dem Eingang erstmal schick machen - für was auch immer :D




Das sind Kati (eine ehemalige Freiwillige von vor zwei Jahren) und Elly (die Freundin von Janin zu Besuch).
der Volta-Fluss
Es gibt nichts, womit nicht gepost wurde ^^



Dienstag, 11. März 2014

Basco News

Hey Leute!

Es gibt mal wieder von ein paar schönen Ereignissen von Basco zu berichten.
First of all: Der ehemalige Freiwillige Simon vor zwei Jahren hat uns besucht (was nicht selten ist - die Bascofreiwilligen kommen fast alle wieder zurück. Inzwischen sind es schon drei während diesem Jahr.). Er hat der Form 3 Briefe aus einer Schule von Bad Gandersheim ausgeteilt. Seit zwei Jahren haben sich ein paar kleine schöne Brieffreundschaften entwickelt, was durch Simons Mutter in die Wege geleitet wurde und von uns Freiwilligen unterstützt wird. Sobald alle beantwortet sind werden wir die Briefe nach Deutschland schicken.
Ein paar Fotos sollen auch mit - also zeig ich die euch gerade einmal bei dieser Gelegenheit:

Die Form 3 - leider nur zwei Mädels
beim Briefeschreiben
eins der Mädels: Ruth, vor der die Kleinen Respekt haben. Sie leitet sogar den Chor.


Dann ist es leicht ausgeartet... ;-)


Freitag, der 7. März: Es sind gerade Mid-Term-Ferien und die Jungs haben Lust ein kleines Fußballmatch zwischen den Schlafräumen zu spielen. Hier ein paar schöne Fotos davon:
Andy wurde mal wieder frisiert.

Dorm 1: die zukünftigen Gewinner
Das Feld ist leicht "too bushy".
Der von den Kids gebastelte Pokal für die Erstplatzierten...
...wurde von uns mit Lollis gefüllt...
...mit einer Socke ummantelt und mit Klebeband verziert. Schon geil :D

Und jetzt ein noch ein kleiner Bericht von gestern: Zwei Amerikaner sind gekommen um Farbe zum Anstreichen der Gebäude (was wirklich nötig war) und ein paar andere Kleinigkeiten zu spenden.
Nach einer kurzen Dankeszeremonie wurden T-shirts und Kappen verteilt und dann gings los:



Auch ohne Farbe macht das Spaß ;-)
Ja, auch ich war fleißig.
Auch das sieht inzwischen wieder aus wie neu :)
Alles in allem eine spaßige Aktion.
Soviel erstmal zu Basco. :-)
Haut rein und allen die jetzt Abi schreiben: Gebt alles aber stresst euch nicht zu sehr.
Letztendlich ist es halb so wild! Viel Erfolg!
Eure Franzi <3

Samstag, 15. Februar 2014

Hallö!

Wollte nur mal so schnell durchgeben, dass der Versicherungsfritze da war und alles Organisatorische vorerst erledigt hat. Er meinte zu mir, dass er persönlich eigentlich gar nicht hätte vorbeikommen müssen, aber er wollte, dass der Job gemacht wird. :D
In einer Woche ab jetzt dürfte ich alle Krankenversicherungskarten abholen können.

Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass wir mit ein paar anderen Freiwilligen bei dem Computerlab-Projekt von Bela ein paar Steine zementiert haben. Auf folgender Seite ist ein schönes Video von ihm, mit dem er versucht ein paar mehr Spenden zusammenzubekommen.

http://www.youtube.com/watch?v=JXqVLF14958&feature=youtu.be

Noch ein großes Dankeschön an die Familie Sturm, von der insgesamt nochmals 270  angekommen sind.

Haut rein und erfriert mir nicht!
Eure Franzi

Samstag, 1. Februar 2014

Neuigkeiten

Hallo meine Lieben aus Deutschland! Es gibt einiges zu erzählen.
Ich fange einmal damit an, dass wir alle Versicherungskarten erneuern lassen haben. Das waren etwa 25 Karten und hat umgerechnet 60 € gekostet. Wenn alles glatt läuft, wird nächste Woche ein Angestellter dieser Versicherungsmenschen zu uns nach Basco kommen und Fotos von den Kids machen, die noch keine Krankenversicherung haben. Nun hat sich herausgestellt, dass wir für Waisenkinder offenbar gar nichts bezahlen müssen. Jetzt wird das alles also noch billiger als es sowieso schon war. Aber keine Sorge, die Spenden, die von euch speziell für die Gesundheit der Kinder gedacht waren, werden auch nur dafür ausgegeben.

Soweit ich mich erinnere, habe ich euch noch nicht von unserer Klinik in Basco erzählt. Die ghanaische Bank Barclays hat dafür einiges gespendet. Allerdings wird an diesem Gebäude schon seit 3 Jahren gebaut, weil nicht genug Geld dafür vorhanden war. Bis vor einem Monat stand immer noch nur der Rohbau da. Aber zu Weihnachten hat Basco einiges an Spenden bekommen. Da wir nicht mehr daran geglaubt haben, dass wir die Klinik in diesem Jahr noch fertig sehen werden, freuen wir uns umso mehr, dass jetzt wieder daran gearbeitet wird. In den letzten Wochen wurden die Fenster und Türen fertig gemacht, Tore eingebaut und Fließen gelegt. Bis Ostern soll alles fertig sein. Wir bleiben gespannt.

Zudem habe ich nun ein Regal für die Bibliothek in Auftrag gegeben. Mein Mentor hat mir dabei geholfen und mir versichert er kenne einen guten Schreiner. :)

Ich möchte euch auch von einem Projekt des Freiwilligen Béla erzählen. Er wohnt mit zwei anderen in Nankese, einem Nachbardorf, und unterrichtet ICT in der Partnerschule Bascos „Victory Academy“. Diese Schule ist sehr arm ausgerüstet. Außer Klassenräume und einem Office gibt es dort praktisch nichts. Wie Andy muss Béla den Kindern das Wissen über Computer, Internet etc. theoretisch beibringen. Da wahrscheinlich kaum eins der Kinder jemals einen Computer gesehen hat, sind die Noten des letzten Terms auch entsprechend schlecht: Der beste der ganzen Schule hat gerade mal ein Zehntel der Punkte erreicht.
Deshalb hat Béla es sich zum Ziel gemacht, dort ein Computerlab aufzubauen. Klar, wir sind hier keine Entwicklungshelfer, aber Béla hat eben die finanziellen Connections. Warum also nicht? Von unserem Mentor wird er gut unterstützt. Auch wir aus Basco wollten ihm dabei helfen und haben mit ein paar anderen Freiwilligen und zwei Arbeitern schon 300 Zementblöcke auf ghanaische Art gepresst :-D
(An einem Tag war sogar noch Martin dabei und hat uns fleißig geholfen.)
Wenn die Sonne nicht gewesen wäre, wäre das eine leichte Arbeit gewesen ;-)
Auf jeden Fall braucht Béla aber wahrscheinlich insgesamt über 1000 Blöcke, was eine Menge Zeit beansprucht, vor allem wenn wir eigentlich nur am Wochenende Zeit haben.
Deshalb hat er soweit ich weiß inzwischen ein paar Arbeiter angeheuert.




Schließlich und endlich noch folgendes: Wenn die Schüler die JHS (Junior High School) in Basco abgeschlossen haben, geht es weiter auf die SHS (Senior High School). Allerdings werden Ghanaer bildungtechnisch nicht sonderlich gut von dem Staat unterstützt. Auf einer SHS müssen dann auch die Waisen Schulgeld bezahlen. Das ist der Grund, warum einige Waisen immer noch in Basco sind, obwohl sie eigentlich schon fertig mit der JHS sind. Sie warten betend darauf, dass sie irgendwann genug Geld zusammenkratzen können um weiterzulernen. Der Referent hilft ihnen dabei, aber leider kann er von den Spenden nicht das ganze Schulgeld für jeden aufbringen. Das sind rund 600 Cedi (200 €) pro Term (3 Monate).
Da ist William. Ein intelligenter junger Mann, der seit letztem Jahr fertig mit der JHS ist und uns anfangs erzählt hat, er würde am 15. Oktober zur weiterführenden Schule gehen. Schade, dachten wir. Er wuchs uns schnell nämlich ziemlich schnell ans Herz. Allerdings ging er am 15. nicht zur Schule. Immer wieder sagte er: „nächste Woche gehe ich zur Schule.“ Nichts da.. Er durfte nicht. Immer fehlte es am Geld. Aber die Hoffnung hat er nie aufgegeben. Die Traurigkeit haben wir trotzdem immer in seinen Blicken gesehen.
Jetzt, nach der Weihnachtszeit, konnte der Referent einiges übernehmen, aber es reichte trotzdem noch nicht ganz. Worauf ich hinaus will ist, dass wir ihm unter die Arme greifen und ihn mit den Spenden unterstützen wollen. Insgesamt haben wir ihm für das restliche Schulgeld und einigen Sachen, wie Matratze, Klamotten …, rund 400 Cedi gegeben.
Auf die gleiche Schule („Sutesco“ in Suhum, ich habe einst ein paar Fotos von meiner kleinen Besichtigung hochgeladen) geht Francis. Er ist im zweiten von drei Schuljahren und durfte im letzten Term teils die Endexamen nicht mitschreiben, weil er das Schulgeld noch nicht ganz bezahlen konnte. Und das ist natürlich nicht gut, weil es sich auf den Schnitt auswirken wird. Für diesen Term hat er es geschafft noch etwas Geld von seiner Großmutter und dem Referent zu bekommen. Bei den letzten 250 Cedi haben wir ihm nun auch ausgeholfen.
Alles schön und gut, aber leider wird das Glück nicht lang halten, da nach Ostern der nächste Term beginnt. Wir werden auf jeden Fall versuchen, die beiden so weit wie möglich zu unterstützen. Auch wenn es erstmal nur zwei sind. Es warten noch vier weitere Schüler in Basco.

Warum ich das euch alles erzähle? Einfach damit ihr wisst, wohin ein Teil eures Geldes fließt und weil somit vielleicht auch ein paar von euch das Bedürfnis verspüren diese Schüler zu unterstützen.
Wer spenden will, kann bei dem Post "Aktuelles in Basco" meine Kontodaten nachlesen.

Liebe Grüße
Franzi!

Samstag, 18. Januar 2014

Danke!

Ich hoffe, ihr fandet den Blogeintrag von Martin recht unterhaltsam.
Jetzt aber möchte ich mich herzlich bei folgenden Spendern bedanken:

Britta H.
Daniel H.
Martin H.
Thomas & Maria H.
Nele H.-S.
Andreas B.
Joachim S.
Anna-Rosa S.
Beate & Roland K.


Vielen vielen Dank!!!
Ihr macht unsere Arbeit um einiges leichter. Insgesamt sind 865 € zusammengekommen. Davon sind 385 € speziell für die Gesundheitsversorgung (inkl. Krankenversicherung) der Kinder gedacht.
Damit kommt man hier in Ghana sehr weit. Wir werden das Geld auf jeden Fall verantwortungsbewusst einsetzen.
Wir haben vor, nächste Woche zum Büro der Krankenversicherung zu gehen, abgelaufene Versicherungen zu aktualisieren und neue in Auftrag zu geben.

Nochmals: Danke von Janin, Andy und mir!

Ein schönes neues Jahr euch allen!

Martin in Ghana

Hallo, ich bin Martin de Hut J
Ich bin der Freund von der Franzi und habe sie ihn Ghana vom 21.12. bis zum 11.01. besucht. Dabei stießen meine Eltern am 31.12. dazu. Und dies ist mein Reisebericht über diese wundervollen Tage.

Meine ersten Eindrücke:
Ok. Ganz ehrlich. Mein erster Eindruck war jetzt nicht soooo positiv. Aber fairerweise muss man sagen, wenn man 16 Stunden Flug hinter sich hat (ein Flug nach Ghana über Dubai ist nicht zu empfehlen) , dann spricht es einen nicht gerade an, wenn erstmal die Taxifahrer einen umschwärmen und versuchen den „reichen Weißen“  übers Ohr zu hauen. Auch anschließend von jedem Taxi angehubt zu werden ist nicht so prickelnd.
Doch dann sitzt man endlich im Tro und hat seine Ruhe…
Ok, auch hier ist der erste Eindruck nicht soooo überragend. Vor allem wenn eine Ziege sich unter deinem Sitz befindet. Ich habe nicht schlecht gestaunt ^^
Auch mein erster Besuch bei einem Straßenstand ließ mich so einige Male an einem spaßigem Urlaub zweifeln. Doch das Essen war gut und auch an diesem Abend wurde mein erstes Alvaro (ein Getränk mit Birnengeschmack) aufgemacht. Und nach all den ersten Eindrücken kamen die zweiten und dritten Eindrücke. Und das Bild verbesserte sich. Erheblich ;)

Die Natur und die Gebäude:
Vom Anfang bis zu Ende hatte ich nur einen Gedanken wenn ich die Straßen, die Gebäude oder die Natur sah. Die Macher von dem Spiel Far Cry 2 haben die Landschaften echt gut getroffen. ^^
Da unsere Reise sich im Süden abspielte, war der Regenwald steht’s ein Begleiter.  Und den gab es im großen Stil oder auch im kleinen Stil zu bewundern. Man muss schon mal von seinem Sofa aufstehen und die kleine Distanz (ungefähr 5000km) überwinden, um über etwas wacklige Brücken zu laufen, die einem einen Blick gewähren, der jeden Meter der Entfernung wert ist. Die Brücken gehören zum Kakum-Nationalpark. Einer der Hauptreiseziele eines jeden Menschen der mit einer Kamera bewaffnet ist und keine Höhenangst hat. Doch hier zeigt sich mal wieder der "
Rassismus" der Ghanaer gegenüber Ausländer. 15 Cedi für Einheimische und 40 Cedi für Ausländer!!! Da schreit ja der Geldbeutel aus echtem Krokodilleder!!! Naja, immerhin ließ man uns zwei ausländische Schüler für 20 Cedi rein und nach einem kurzen Kommentar meines Vaters, dass meine Mutter die arme Mutter eines Schülers wäre, ließ man auch meine Mutter für 20 Cedi passieren. Nett sind die Ghanaer auf jeden Fall, aber dazu später mehr.
Der Regenwald im Kakum
Auf dem "Canopy Walkway"
Ebenfalls ein gutes Beispiel für die schöne Natur von Ghana war der größte Wasserfall Ghanas bei Hohoe am Grenzgebiet von Togo. Nicht nur der Wasserfall selber, sondern auch der Weg dorthin und die Fledermäuse die den Wasserfall umflogen waren es wert betrachtet zu werden. Naturfreunde kommen auf jeeeeeden Fall in Ghana und wie ich mir vorstellen kann in den meisten Regionen Afrikas, auf ihre Kosten. 

Mit 70 m der größte Wasserfall Westafrikas: der Wli

So, nun zum letzten Punkt, was die Natur angeht. Das Meer. Zwar sind so manche Wege zugemüllt, mit Waterpacks die ein echtes Umweltproblem darstellen, doch das Meer, das war steht’s sauber. Hier und da bekam ich vielleicht mal einen Schrecken als mich eine Tüte am Bein packte, da ich dachte dies sei eine Qualle oder irgendein anderes Tier von dem ich nicht weiß, dass es dort nicht vorkommt, dies könnte aber eher ein Zeichen für Paranoia sein ^^
Weniger Natur, mehr Kultur war der Markt von Kumasi. Der größte Markt von Westafrika wohl bemerkt. Das Gewusel der Menschenmassen lässt einen durch den Markt treiben. Doch wenn man die Sachen wegnimmt, die ein Ausländer mit seinem „andersorientierten Magen“ nicht zu sich nehmen darf und die Sachen die man sowieso nicht essen würde, dann bleiben einem eigentlich nur die Bilder die das Auge empfängt (da will ich (Franzi) protestieren: auch als Ausländer kann man hier so einiges essen ohne sich den Magen zu verderben). Naja. Und so mancher Geruch, die die Nase reinlässt. Vielleicht übertreibe ich auch ein wenig und man kann da mehr kaufen als der erste Augenblick einem vorspielt, aber man muss es nicht. Es reicht vollkommen einfach nur durchzulaufen und sich das anzusehen, wobei hier einen noch etwas anderes erfreut. Und zwar das man von den Verkäufern behandelt wird wie jeder andere Mensch. Kein „Obruni“ und kein „HEY!!!“. Sondern nur Verkäufer die damit beschäftigt waren ihre Preise herumzuschreien.  Aber wurde man einmal direkt angesprochen, dann nur um ein nettes Gespräch zu führen. Doch dazu später mehr ;)

Der Zentralmarkt von Kumasi ist mit einer Größe von 14 Fußballfeldern der größte in ganz Westafrika.
Hier gibt es alles - wirklich alles
Bohnen, Erdnüsse, Reis und vieles mehr...
Nun ein letztes Wort zu der Kultur. Und das geht annnn……..
Die Häuser.
Hast du eins gesehen, hast du alle gesehen. Nur die kleinen und großen Villen und die Kirchen unterscheiden sich. Kleine Quadratische Häuser die ein Wellblechdach haben (was bei Regen echt nerven kann), und dann noch immer derselbe Anstrich. Oder keiner. Vielleicht hier und dort ein Haus das in den Farben eines Handytarifanbieters angestrichen ist. (Jup, so machen die dort ihre Werbung) Doch ist dies für mich ein negativer Aspekt? Nicht unbedingt. Denn dort ist es immer warm, weswegen man keine Luxushäuser mit Wärmedämmung und allem braucht. Der Brunnen ist in der Mitte vom Dorf und Stromanschluss hat man oder hat man nicht. Dies zeigt einem was wirklich wichtig an einem Haus ist und was in westlichen Manieren sich gegönnt wird. Es muss nicht immer alles gepflastert sein, zum laufen reicht ein normaler Boden aus roter Erde. Und für die Touristen, die mit ihrer Kamera tausend Bilder machen wollen von Sachen, die immer wieder anders aussehen, sind diese Häuser nun mal nicht gemacht. Ein kleines Dorf aus Lehm- und Zementhäuser. Ein Wald im Hintergrund und lauter lachende Menschen, die auf Stühlen chillen. So hab ich Ghana im Normalfall erlebt. Und so fand ich es schön.

Die Menschen:
Zitat: „…und lauter lachende Menschen, die auf Stühlen chillen“.
So hat einmal ein großartiger, begabter und gut aussehender Mann die Ghanaer beschrieben. Das trifft auf jeden Fall zu. Doch ganz kurz, Ghanaer liegen oder sitzen nicht nur herum. Es wurden durchaus mehrfach hart arbeitende Ghanaer gesichtet. Ironisch geschrieben und doch entspricht es der Wahrheit. Und sowieso, bei dem Klima hätte ich nicht mal Lust vom Bett aufzustehen, weswegen man echt kurz mal für die Ghanaer applaudieren kann. Nein, ernsthaft. Applaudiert. Die haben es sich verdient. „klatsch, klatsch, klatsch“
Und eine Goldmedaille für ihre gute Laune. Tanzende Ghanaer mitten auf der Straße, freundliche Gesichter aus vollem Herzen und eine ständige Nachfrage nach dem Befinden sieht und hört man überall. Ghanaer die mit dir ein nettes Gespräch anfangen ist keine Seltenheit und durch ihren Humor bringt solch ein Gespräch auch der guten Laune etwas. Ein Paradebeispiel ist wohl Joe. Joe und sein Arbeitskollege und Kumpel Name-vergessen waren so freundlich unser Essen zu bezahlen, weil sie mitbekommen haben, wie Franzi nachgefragt hat, wieviel das Essen kostet, da wir etwas auf das Geld achten müssten (brauchten noch was für die Heimfahrt). Essen, Trinken und anschließend nochmal etwas zu trinken(Alvaro *_* ) in einem anderem Lokal. Und dann saßen wir da und redeten zwei Stunden über dies und das. Das Land Ghana, Franzis Jahr und nette kleine Geschichten. Joe war ein Mann, bei dem man merkte, dass er sich gerne sehr viel über etwas Gedanken macht. Er reist geschäftsbedingt durch das Land und hat schon viel gesehen. (Er hat übrigens ein Foto von sich und Will Smith, der zu damaliger Zeit den Film "Muhammad Ali" auf der Sklavenburg bei Cape Coast gedreht hatte. Dort waren wir ebenfalls. Also bei der Sklavenburg, nicht bei den Dreharbeiten, die sind schon lange vorbei.)
Dumm sind die in Ghana auf jeden Fall nicht, dass kann ich sagen. Und nett. Nett sind sie im Überfluss. Manchmal zu nett. Es kam oft vor, dass ich in BASCO etwas Wasser vom Brunnen holen wollte, doch meist erreichte ich den Brunnen nicht, ohne dass man mir den Eimer abnahm und alles für mich erledigte. Es war mir unangenehm neben einem kleinen Kind zu laufen, das sich abrackerte um 8 Kilo zu stemmen. Aber was will man machen.
Ach, übrigens. Egal wie eisern dein Herz ist, wenn plötzlich mehrere kleine Kinder aus einem Haus rausgerannt kommen, dich mit großen Augen anschauen und mit einem langgezogenem „O“ Obruni rufen, dann wirst auch du dahinschmelzen. Aber so was von. ;)


Die Fahrer:
Regelwerk:
Regel Nr. 1: Der, der mit seinem Auto am weitesten vorne ist, hat Vorfahrt.
Regel Nr. 2: Lass dich nicht bremsen. Höchstens von Löchern in der Straßen, doch kannst du denen  ausweichen, lass dich nicht bremsen und weich aus.
Regel Nr. 3: Schilder sind für‘n A****. Ampeln nicht. Bloß nicht!
Regel Nr. 4:  Fährst du jemanden an/um, lass dich nicht bremsen und fahr weiter. Der überlebt es schon.
Regel Nr. 5: Gurte sind für Weicheier.
Regel Nr. 6: Hab stets einen Aufkleber auf dem Auto, auf dem du deine Liebe zu Gott/Jesus zelebrierst.
Regel Nr. 7: Hupe bei jeder noch so kleinen Gelegenheit. Und wenn es keine Gelegenheit gibt, dann überlege dir eine!
Regel Nr. 8: Ernsthaft! Hupen ist verdammt wichtig!!

Das Essen und Trinken:
Zum Trinken kann ich nur sagen, dass man sich an das Trinken aus Plastikbeuteln echt schnell gewöhnt. Nur haben wir einmal eine Marke erwischt, die es scheinbar schmackhaft findet, wenn ihr Wasser nach Rauch schmeckt *kotz*. Das hat echt wie in einer Kneipe im Raucherbereich aus dem Beutel rausgestunken. In der Kneipe find ich das ok, aber nicht beim Wasser, das ich trinke!
Ansonsten war ich zufrieden mit dem was ich da an Wasser trank. Wenn es ging, trank ich aber lieber Alvaro. Aber ich glaub das wisst ihr schon ;)
Beim Essen gab es stets zwei Merkmale: Scharf und ölig. Das hat mit der Stärke variiert, weswegen  es immer wieder ein Hoffen war, das bei keinem von beiden übertrieben wird.
Da ich die ganzen Namen nicht mehr weiß und es schwer ist übers Essen zu reden, wenn es für den anderen unbekannt ist, lass ich mal die Details. Doch auch in Ghana gibt es beim Essen die Regel: „Geschmackssache“.

BASCO und die Freiwilligen:
Noch ein paaaaar Worte zu BASCO und den Freiwilligen, die dort einen echt guten Job machen. Also: Die machen einen echt guten Job dort im Busch J
Die Kinder von BASCO sind nette kleine Dinger, manchmal etwas theatralisch, aber das sind halt eben noch kleine Dinger. Bei der Schule selbst sieht man wie sie sich immer mehr erweitert und ausgebaut wird. Man spürt bei den Menschen dort die Freude auf etwas Neues und hört immer wieder in ihren Gebeten, wie sie Gott dafür danken, was andere Menschen für sie getan haben. Sie sind dankbar für das was sie besitzen und leben auch gut mit dem was sie besitzen.
Und die Freiwilligen, Andy, Janin und vor allem die hammermäßige Franzi (zur Erinnerung, hier schreibt Martin) machen dort ihre Arbeit wie man es machen sollte. Ihr Haus steht immer für die Kinder offen (außer wenn es Essen gibt, was nachvollziehbar ist. Beim Aufnehmen und Ausscheiden von Nahrung sollte Ruhe herrschen. ^^ ) Sie reden mit den Kindern, geben ihnen Abwechslung und helfen ihnen wenn es in ihrer Macht steht. Hier wird gern mal ein Fahrrad ausgeliehen, dort die Kamera in die Hand gedrückt und auch gerne mal der Kram der Kinder bei sich aufbewahrt, der jederzeit abgeholt werden kann. Auch wird immer wieder gegrübelt was man für Projekte machen könnte oder wie es mit den Projekten weitergehen kann. Und glauben Sie mir, als die Spenden ankamen, hat man sich gefreut und da glänzten die Augen auf. Das war Tatendrang ;)
Oder die Tatsache, dass das Licht in diesem Moment für zwei Stunden angeht. Zwei Stunden am Tag Strom. Und das nicht mal jeden Tag! Und soll ich noch was sagen. So schlimm ist das gar nicht.
Man kann das echt locker aushalten. Und dort wird es ausgehalten. Wenn das Licht nicht angeht, hat man ja noch Taschenlampen oder der wundervolle Sternenhimmel wird angeschaut.
Die drei leben inzwischen dort ganz entspannt unter den Ghanaer und haben sich integriert. (Soll aber nicht heißen, dass man sich dort nicht über die Süßigkeiten und das Nutella gefreut hat).
Ich für meinen Teil wünsche den dreien noch sieben Monate voller Erfahrung, Freude und Alvaro.
Mögen sie gesund nach Deutschland zurückkehren und den ganzen Luxus, der Deutschland zu bieten hat, mit voller Begeisterung zu schätzen wissen.
Ich für meinen Teil tue dies. Die letzten Tage in Deutschland waren voller kurzer Momente, wo ich stehen blieb und zu mir sagte: „Ja. Du kannst dich glücklich schätzen so etwas zu haben.“
Wasser aus dem Wasserhahn trinken, Licht/Strom im ganzen Haus, Medizin im Überfluss, Nutella, guten Kaffee auf Knopfdruck, Auto… und und und und und und und.
Man kann auch mit wenigem glücklich sein oder man kann wertschätzen was man hat.
Meine Reise nach Ghana in einem Satz?
Geht nicht, nicht einmal mit einem Bericht. Denn es geht über das Erzählen hinaus. Auch das Öffnen eines vollen Kühlschrankes gehört inzwischen zu meiner Reise und dem was ich erlebt habe. 

So schließe ich meinem Bericht ab mit einer Übersetzung eines Gespräches, welches man alle fünf Meter in einem Ghanaischen Dorf (hauptsächlich mit Kindern) führt. Der Ghanaer fängt an:
„Obruni, Obruni!!!“                         „Weißer, Weißer!!!“
„Hi“                                                        „Hi“
„Obruni, Obruni!!“                          „Weißer, Weißer!!“
„Obibini.“                                            „Schwarzer.“
*freudiges Lachen*                        *freudiges Lachen*
„How are you?“                                „Wie geht es dir?“
„Fine.“                                                  „Gut.“
„That’s great!“                                  „Das ist großartig!“
„And you?“                                         „Und dir?“
„Obruni, Obruni!“                            „Weißer, Weißer!“

Hier noch ein paar Fotos von Orten oder Dingen, die wir bereist bzw. erlebt haben:

Eine Bootstour bei der Voltamündung

Die Trostation in Koforidua
Cape Coast Castle: Eine wunderschöne Sklavenburg mit dunklem Hintergrund: 1000 Sklaven wurden hier auf engstem Raum zusammengepfercht um dann - wenn sie das überlebt hatten - nach Amerika verschifft zu werden.

So sieht es heute hinter der "Door of no return" aus
Ein Besuch bei der Glasperlenfabrik bei Krobo Odumase
Schritt für Schritt wurde uns erklärt wie man von Hand wunderschöne Glasperlen aus alten Flaschen herstellt.
5 Schafe im Kofferraum
Hühner unterm Sitz
Weihachten in Basco
Quatsch mit den Kindern
Und zum Schluss: liebe Grüße nochmal aus dem Tro in Ghana!