Freitag, 6. Juni 2014

Nordenreise

28. April bis 03. Mai
Eine weite Reise stand Janin und mir bevor. Gestartet haben wir mit der Fähre, die von Akosombo nach Yeji fährt. Jeden Montag gegen 17 Uhr tritt sie die 30 Stunden lange Reise mit 4 oder 5 Zwischenstopps an, um Güter wie Yam in die Mitte Ghanas zu transportieren. Nein, es ist also keine Personenfähre. Aber da wir uns damit eine stundenlange Fahrt im holprigen Tro ersparen konnten, kauften wir uns Matten und quartierten uns neben 10 anderen Obrunis auf dem Deck ein. Es war auf jeden Fall die Erfahrung wert, im Freien über dem dröhnenden Motor einzuschlafen, einfach während der Fahrt sich entspannen zu können und beobachten zu können wie die Landschaft immer flacher wurde.

Unser Schlafplatz
Zwischenstopp
Unsere Fähre
Da wir auf der Reise ziemlich viel neues gesehen haben, will ich aber eigentlich gar nicht mit Reiseeinzelheiten aufhalten, sondern lieber eine Zusammenfassung geben.
Allgemeines über den Norden: die Landschaft ist flacher, man sieht kaum Palmen mehr, die Sicht ist weit, es ist trockener (wobei wir in der Regenzeit da waren und das somit leider (?) nicht so gesehen haben), man sieht überall Motor- und Fahrräder, in den Tros wird viel mehr gequetscht - statt wie normal drei sitzen dort vier bis fünf in einer Reihe, man sieht in den kleineren Städten mehr Lehmhäuser, die Sprache ist ganz anders, die Leute rufen uns Weiße nicht so oft, was wir sehr genossen haben; das Wort Obruni (oder ähnliches in deren Sprache) hört man kaum mehr – selbst von den Kindern kommt nur „Hello! How are you?“, es gibt mehr Muslime – also auch Moscheen, und man sieht viel mehr Kühe und Esel herumlaufen (und zwar frei).


Ich will behaupten, dass es ich hier im Norden mehr Frauen auf Motorrädern gesehen habe als in Deutschland. Könnte aber auch am Helm liegen, wegen dem man das normalerweise nicht erkennt ;-)


Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Kühe eigentlich richtig schön sein können wenn man sie nicht zu sehr mästet.
Solche Architektur sieht man hauptsächlich nur in den Dörfern des Nordens.
Wir haben die Städte Tamale, Bolgatanga, Paga, Wa, Weichau und Techiman gesehen.
Was gibt es zu den Städten speziell zu sagen? Eigentlich nicht besonders viel – wir haben dort geschlafen, lecker gegessen, in Kulturzentren Souvenirs gekauft, viele nette Bekanntschaften gemacht – aber hauptsächlich dienten sie als Ausgangspunkte für weitere Ausflüge:
In Paga schauten wir zu, wie ein Krokodil mit nem Huhn gefüttert wurde, nachdem wir es betatschen durften.
Gegenüber gab es einen netten Mann, der uns sein kleines Museum gezeigt hat und uns Fahrräder geliehen hat. Er bietet sogar Touren nach Burkina Faso an (Paga liegt direkt an der Grenze), welche wir aber nicht gemacht haben.

Dieses Huhn diente als Lockmittel für die Krokodile und wurde dann auch verfüttert.
Hart und glitschig :D
Das wir nicht die Füße oder den Kopf anfassen durften hat er erst gesagt, nachdem ich gefragt hab ^^




Der Mann, der die Fahrräder verleiht hat uns während unserem Museumsrundgang so schnell eingekleidet, dass wir kaum nein sagen konnten :D Da wurden die Fotos schon gemacht.
Mit dem Fahrrad sind wir dann 20 min nach Nania gefahren, um dort den Piworo-Sklavenmarkt zu besichtigen. Der Händler selbst kam aus Afrika, hat aber mehr über sich nicht preisgegeben.
Die Menschen wurden während der Kolonialzeit dort wie Vieh hingebracht, an Bäume gekettet, tagelang gehalten, verkauft und weiter in die Sklavenburgen an der Küste transportiert, von wo sie zum Beispiel nach Amerika verschifft wurden. Wir sahen die Essensplätze, den Versammlungsort, den Friedhof (mit Massengräbern hauptsächlich), den Platz, an dem sie tanzen und Musik machen durften und die Orte, an denen sie bestraft wurden.

Wenn man heute diesen eigentlich so schönen Ort sieht, kann man sich kaum vorstellen, wie dort damals die Menschen behandelt wurden.
Diese Löcher machten sich die Sklaven selbst um daraus in Gruppen zu essen.
Aussichtsplatz für die Wächter
Auf diesem Stein mussten Sklaven, die aus der Reihe tanzten, teils so lange ausharren bis sie starben.

Zurück beim Fahrradhändler teilten wir uns dort mit ihm Fried Yam (vergleichbar mit Pommes – aber trotzdem ganz anders) mit Erdnusssauce und Pepper. Danach gab er uns sogar noch Mango und Bananen.

Auch den Mole-Nationalpark besuchten wir. Von unserer Unterkunft direkt im Park starteten wir früh morgens eine zweistündige Safari in den Park. Wir sahen verschiedene Arten von Antilopen, Affen, Vögel, Wildschweine und Elefanten. Letztere rannten aber leider gerade ins Wasser, als wir ankamen – sodass wir sie in ihrer vollen Größe leider nicht bestaunen konnten.



Ein Sheanussbaum
Ihre Naturhautfarbe ist schwarz, die oft erst im Wasser sichtbar wird.
Elefantenfußspuren
wunderschöne Vegetation
Fußspuren von Hyänen
Termitenhügel sieht man hier überall in Ghana. Dafür ist dieser sogar recht klein.


Mole von oben
Wir haben in einem Dorm geschlafen, den wir mit zwei Belgierinnen und zwei Kanadierinnen geteilt haben. Da wir komischerweise keinen Schlüssel dafür bekommen haben und bekannt war, dass die Affen gerne in die Räume kommen um nach Essen zu suchen haben wir unsere Mangos schon mal vorsichtshalber raus gelegt. Innerhalb kürzester Zeit wurden die auch entdeckt. Sie hatten keine Scheu als wir näherkamen um Fotos zu machen.




Mit den zwei Mädels aus Kanada (wie wir Freiwillige - für ein halbes Jahr) führten wir unsere Reise fort. Da passierte uns schon die erste Panne mit dem Jeep, der uns ins nächste Dorf bringen sollte. Insgesamt sollten wir auf der restlichen Reise noch 3 weitere Radpannen erleben, wobei meist dann auch das Rad gewechselt werden musste.
Unser nächster Stopp war Wa, von wo wir am nächsten Tag nach Weichau fuhren. Dort machten wir eine kleine Stadttour:

Die älteste Moschee des Dorfes. Wie alt hab ich leider wieder vergessen, aber es waren sicher eingige hundert Jahre her, dass sie erbaut wurde.

Daneben die Moschee, mit der die alte jetzt ersetzt wird.

Erdnuss knackende Frauen.
Mit dieser Maschine werden für gewöhnlich Mais, Hirse oder Erdnüsse gemahlen.

Ein See gleich neben der Stadt. Er wird gut geschützt.


Die von mir verehrte Erdnussbutter: 100% Erdnuss und vielleicht ein bisschen Wasser
Die Tüte in der Hand der Frau wurde ein Geschenk an uns.

Richtig geiler starker grüner Tee, der hier im Norden oft getrunken wird.

Und natürlich die Kids ;-)

Danach ließen uns weiter zum Hippo Sanctuary transportieren.
Das Dorf dort ist so abgelegen und so nah an der Grenze zu Burkina Faso, dass man absolut kein Netz hat. Aber wir waren da ja nicht wegen dem Netz sondern wegen den Hippos. Dafür wollten wir die Baumplattformen beziehen, die direkt beim Fluss, dem Black Volta, stehen und bei denen man unter freiem Himmel mit Moskitonetz schläft. Allerdings wussten wir nicht, dass diese noch ein halbstündiger Fußmarsch entfernt waren.
Daher mussten wir uns mit der Lodge zufriedengeben.
Wir machten eine schöne Kanufahrt, wobei wir die Hippos beobachten konnten. Laut den Führern hatten wir Glück. Normalerweise sieht man während der Regenzeit nur die Köpfe aus dem Wasser schauen.


Auf dem Weg zum Fluss, dem Black Volta

Das da drüben ist schon Burkina Faso.

Das war das spannendste Foto, das ich aus meiner Entfernung hinbekommen habe.



Nachdem wir unsanschließend mit der bereitgestellten „Küche“ etwas gekocht haben, ließen wir uns einen Schlafplatz auf dem Dach der ehemaligen Lodge herrichten.
Es war einfach total geil nur unter einem Moskitonetz einzuschlafen und die Sterne zu beobachten.
Mitten in der Nacht wurde ich von einem kühlen Wind aufgeweckt. Ich habe mich voll gefreut, aber innerhalb von 5 Minuten entwickelte sich dieser Wind in einen Sturm. Wir mussten dann leider alles schnell zusammenpacken und in die Räume ziehen. Es war aber trotzdem eine wirklich tolle Erfahrung und muss in Deutschland nachgeholt werden. Aber mit einem ghanaischen Mückennetz, das rechteckig ist und nicht so bescheuert zeltmäßig ^^. Das werd ich mir deshalb noch besorgen ;-)

Auch die Rückfahrt nach Weichau mit diesem Gefährt wurde dann irgendwie ein kleines Abenteuer ;-)

Nach einer 5 stündigen Fahrt am nächsten Tag kamen wir in Techiman an, was schon wieder fast im Süden liegt. Von dort aus starteten wir einen kleinen Ausflug nach Tanoboase. Dort ist der Heilige Hain, der erste Siedlingspunkt der Akan (eine der gößten ghanaischen Völkergruppen). Die Felsen konnten gut zur Verteidigung des Königs genutzt werden. Der Ort hat immer noch hohe spirituelle Bedeutung und wird jährlich während eines Festivals zum Leben erweckt.

Für mich ist es kaum vorstellbar, dass diese Felslandschaft einmal eine Wohnstätte war.
Aber gut, ist auch schon einige hundert Jahre her ;-)



Wir hatten mal wieder eine richtig schöne Aussicht.
 
Nach diesem Tag machten wir nur noch Zwischenhalt in Kumasi, wo wir uns mit Stoffen eindeckten und besuchten einen ehemaligen Schüler sowie einen ehemaligen Lehrer.
Danach gings wieder „straight“ zurück in den Busch. ;-)
Puh, jetzt wurde dieser Post doch noch länger als ich eigentlich wollte :D

Samstag, 17. Mai 2014

Kwahu

Ostern rückte heran und mit Ostern begannen hier in Basco auch die Ferien. Für (offiziell) 3 Wochen. Doch an den Feiertagen in Basco bleiben wollten wir nicht. Laut den ehemaligen Freiwilligen ist dort um diese Zeit rund um die Uhr Kirche. Also auch nachts. Und es sind so viele Besucher da, dass man kaum zur Ruhe kommt.
Also entschieden Janin und ich uns, diese Tage woanders zu verbringen. Schließlich fiel die Wahl auf Kwahu. Das ist eine Gegend in der Eastern Region, wo seit 9 Jahren zu Ostern das Paragliding-Festival stattfindet und überall in den Spots der Städte etwas los ist. Da die Hotels und Gästehäuser schon seit Monaten ausgebucht waren, kamen wir spontan bei der Cousine eines ehemaligen Lehrers von Basco unter.
Das war das erste Mal, dass wir so richtig in einer ghanaischen Familie gelebt haben. Wir blieben von Donnerstag bis Montag.
Noch am Donnerstag Abend zeigte Emilia, die Cousine, uns einen Teil ihrer Familie, in der Stadt (Nkwatia).


Ihre Mutter ist wie sie Bäckerin und machte an diesem Abend die sogenannten Bofrots – leckere frittierte Teigbälle - die ghanaischen Donuts, von denen wir auch welche probieren durften.


Das ist Emilia, unsere Gastgeberin
Danach besuchten wir noch ein paar andere Verwandte. Einer von ihnen ist an der Organisation des Paragliding beteiligt. Ich hatte nicht vor, Gleitschirm zu fliegen, da ich keine Karte reserviert hatte, aber wenn man schon mal Connections hat kann man die ja auch nutzen ;-)
Er meinte, das sei kein Problem. Am Samstag könne ich hingehen. 200 Cedi kostete der Spaß. Umgerechnet gerade mal 53 Euro (Im Vergleich zu meiner Ankunft in Ghana, ist der Euro hier jetzt sogar schon ein Cedi mehr wert, also 1 € sind 3,8 Cedi).

Am Freitag wurden wir erstmal spontan zu einer Hochzeit „eingeladen“. Ja, in Ghana ist es nicht selten, dass man auch mal auf eine Hochzeit geht, obwohl man die Leute nicht kennt – wie bei den Beerdigungen. Unsere Gastfamilie war aber immerhin mit der Braut verwandt. :D
Ich bin aber kein Fan von Hochzeiten hier. Bei der Zeremonie war bis fast zu Ende das Paar selbst noch nicht da. Wobei ich aber hierbei nicht weiß ob das die Regel ist.
Und das Programm danach war auch eigentlich nur warten auf das Brautpaar, fett essen und Fotos machen. Also relativ langweilig. Das wird bei meiner anders ;-) freut euch darauf :D

Während wir warten. Die Tücher um die Stühle sind typisch für solche Feierlichkeiten in Ghana.
Die drei Mädels sind Emilias Töchter. Ganz zufällig hatte ich mein frisch geschneidertes Kleid dabei :D
Da es dann anfing zu regnen hatten wir sogar einen Grund zu gehen. Abends stieß Nana, der ehemalige Lehrer, zu uns.
Am Samstag begleitete er uns dann zu meinem Paragliden.
Am Anfang war ich noch sehr aufgeregt, da ich diesen Hügel hinab“rennen“ sollte. Aber je länger ich warten musste, desto mehr verwandelte sich diese Aufregung in Lust zu fliegen.
Die Piloten waren alles Weiße, die von verschiedenen Ländern kommen und das freiwillig tun. Meiner kam aus der USA, konnte ein bisschen Deutsch und hatte die ganze Zeit über super Laune. Er erzählte mir dann auch, dass eine Ausbildungsschule für Ghanaer zum Piloten in Planung ist. Es ist aber nicht einfach, einen geeigneten Trainingsplatz dafür zu finden.

Ready to go. Nur noch auf das richtige Lüftchen warten.
Ziehen, dann rennen!

Lenken ist total easy :-)
Ghana ist noch so schön grün :-)
Die ersten Worte, die mir zu meinem Flug selbst einfallen: Komfortabel und einfach nur geil!
Abends sind wir noch ein bisschen das Nachtleben in Kwahu genießen. Am nächsten Tag haben wir hauptsächlich nur noch gechillt bis es am Montag wieder nach Hause ging.
Dort mussten wir leider um unsere Matratzen kämpfen, die von den Besuchern, die eigentlich schon hätten weg sein sollen, noch in Anspruch genommen wurden. :D
Alles in allem ein tolles Wochenende! 
Als nächstes werde ich euch von Janin und meiner Reise in den Norden berichten, die wir auch in den Osterferien gemacht haben.

Freitag, 25. April 2014

Western Region

Es tut mir leid, dass ich mich jetzt schon so lange nicht mehr gemeldet habe. Aber es gab immer irgendeinen Grund nicht ins Internetcafé zu gehen ;-)

Jetzt habe ich einiges aufzuholen. Und ich werde mit unserem einwöchigen Ausflug in den Westen vom 17. bis zum 24. März starten.
Um diese Zeit war Elly, Janins Freundin, zu Besuch. Also waren am Start: Janin, Elly und ich.
Unsere erste Station war Cape Coast. Leider entschieden wir uns für die etwas besser geteerte Straße, wofür wir in Accra umstiegen. Dort mussten wir zweieinhalb Stunden warten bis unser Tro voll war und losfuhr. Das ist mir noch nicht oft passiert, kann aber ab und zu vorkommen – vor allem bei längeren Strecken. Das lies uns unsere Laune aber nicht verderben.
Leider war es trotzdem schon zu spät für einen Besuch im Castle.
Am nächsten Tag zog es uns als erstes in den Kakumpark. Da ich den Canopy Walkway schon gemacht hatte, wollte ich eigentlich warten. Aber unser Führer hat mich trotzdem nochmal rüberlaufen lassen, was wahrscheinlich auch daran lag, dass wir um diese Zeit komischerweise noch die einzigen Besucher waren.

Die zwei Verrückten ^^
Danach machten wir noch die Tour, bei dem wir durch den Wald laufen und der Führer uns sämtliche verschiedene Bäume zeigt, mit dessen Wurzeln oder Blättern man lauter Krankheiten heilen kann. So lernten wir zum Beispiel auch, wie man sich verhält wenn man von einer Schlange gebissen wird: bestimmte Blätter mit Knoblauch kauen, hinsetzen, den Biss aufschneiden und Blut mit Gift raussaugen (lassen) und ausspucken ;-) Jetzt kann nix mehr schiefgehen. Jetzt müsste man nur noch die Pflanzen auseinanderhalten können.

Bamboooo
Auf dem Rückweg machten wir bei einem Hotel halt, dessen Anlage bei bzw. auf einem See gebaut ist und Krokodile beherbergt. Das mussten wir uns natürlich ansehen.


Kroko :O
 Zurück in Cape Coast besuchten Elly und Janin noch schnell das Castle und dann gings ab Richtung Westen.
Wir wollten nach Busua, ein schönes Dorf am Strand. Spät abends kamen wir an und quartierten uns bei Peter’s Place ein, ein Guesthouse 20 Meter vom Meer.
Das Kaff ist im Vergleich zu anderen Orten Ghanas recht touristisch angelegt. Hier gibt es den Pancakeman, den Juiceman und so weiter ;-)
An diesem Abend gönnte ich mir meinen ersten Hummer. Richtig geil.
Am nächsten Tag machten wir eine kleine Wanderung an dem sagenhaften Strand entlang zum 2 Kilometer entfernten Butre. 



Busuas Strand von oben
noch ein kleiner Abstecher in den Busch
Eine kleine Kanutour auf dem Fluss, der ins Meer mündet. Da soll's auch Krokodile geben, haben aber leider keine gesehen.
Am Tag darauf ging es für uns weiter zum sogenannten Frenchman. Der nennt sich so, weil er von der Elfenbeinküste kommt und auch ziemlich nah an deren Grenze Unterkünfte anbietet. Es ist ein schön abgelegenes Örtchen, ganz in der der Nähe des Ankasa Forests, den wir auch besuchen wollten.
Paul, der Frenchman, ist ein überaus gastfreundlicher Mensch. Wir bekamen saumäßig leckeres Essen, bei dem er für Elly sogar extra tomatenfreie Saucen zubereitet hat.
Alles in allem hat er kaum was dafür verlangt. Und quatschen konnte man mit ihm auch.
Der Ankasa Wald war auch ein schöner Ausflug. Wenn wir den Führer etwas fragten, hat er kaum aufhören wollen es zu erklären.


Ein kleiner See in der Nähe des Frenchmans
Ankasa
Und da solls auch Krokodile geben ^^
Das ist Dschungel.
Einen Affen haben wir sogar auch gesehen.
Und solche Viecher sieht man in Ghana ständig.
Nur die Waldelefanten, Antilopen und Leoparden blieben scheu.
Nach all dem ging es nach Kumasi, wovon es aber nicht allzu viel zu berichten gibt.
Wobei: Wir haben den See Bosumtwi besucht. Ein See, der einen gewisen ph-Wert hat, sodass man ohne Bedenken darin baden kann. Normalerweise sollte man hier nämlich bei ruhigen Gewässern aufpassen, da so bestimmte Larven drin sein könnten, von denen man Bilharziose bekommen kann.
Aber richtig gebadet haben wir trotzdem nicht, das Wasser war dafür nämlich zu warm und Fischer hatten auch überall ihre Netze gespannt.
Aber nach einem kurzen Spaziergang fanden wir einen schönen Strand von einem Hotel, bei dem wir sogar kostenlos chillen durften.



So sehen die Boote der Fischer speziell auf diesem See aus.
Aus traditionellen Gründen bestehen die Boote nur aus Holz. Der See ist für die Bewohner heilig.
Nur noch eins, dann könnt ihr euch wieder anderen Dingen im Netzwerk widmen. Auf dem Rückweg nach Koforidua: Da quetschte sich doch tatsächlich noch so ein Irrer in unseren Tro rein, der die ganze Zeit auf Twi uns irgendwas gepredigt hat. Und zwar schreiend. Ich dacht ich werd nicht mehr. Ich habe mich aber nicht erlaubt mich zu beschweren, von wegen er könne ein bisschen leiser reden oder so. Da hätte ich mir nur Feinde gemacht. Obwohl es wirklich nicht so aussah, wie wenn ihm irgendjemand zugehört hätte.
Naja, und nebenher lief noch die hirnverbrannteste Sendung überhaupt. Also manchmal.. manchmal braucht man hier echt Nerven.
Zum Glück stieg der Typ nach ner Viertelstunde wieder aus. Hab mir schon ausgemalt, ich würde als Verrückte in Basco ankommen ;-)
Alles in allem war es aber eine lustige Reise :D
Bis zum nächsten Mal!

Dienstag, 1. April 2014

Sajuna

Es war einmal ein Lehrer, der für die Form 1 (Klasse 7) der JHS eine Exkursion plante. Naja, es war noch kein richtiges Planen. Er wusste noch nicht wohin und wahrscheinlich auch nicht wie er es finanzieren sollte.
Allerdings wurde dieser Lehrer eines Tages von der Schule geworfen, da er einer Schülerin das Handy geliehen hatte, die vorgegeben hatte, mit ihrer Mutter zu telefonieren und diese dann zu besuchen aber letztendlich wo ganz anders hingegangen ist.. und so weiter und so fort.. blablabla
Auf jeden Fall drohte diese Exkursion nicht mehr stattzufinden. Aber die Kinder sahen einen Ausweg: Es gibt ja noch die Freiwilligen. Es war nicht schwer uns zu überzeugen, die Organisation zu übernehmen.
Eine Abstimmung ergab: Auf zum Sajuna Beach Club!
Nach gefühlten 1000 Anrufen, in denen ich versuchte, den Referent zu bewegen, einen Bus für uns klarzumachen, ging es am 15. März los.
Die Finanzierung haben wir folgendermaßen geregelt: Jeder, der auch Schulgeld bezahlt sollte seinen Anteil bezahlen. Dieses Geld haben wir auch tatsächlich in etwa zusammenbekommen. Die Kosten für die Waisen wollten wir übernehmen. So weit so gut.

Es war ein unglaublicher Tag!
Wie sich die Kids gefreut haben. Als der Bus losfuhr haben sie die ersten 5 Minuten erst mal durchgejubelt.
Ich hab heulen müssen vor Glück und wusste: das war eine richtige Entscheidung.
Zum Frühstück gab es Porridge (Brei mit Haferflocken aus der Tüte) mit Brot von der Straße. Nach eineinhalb Stunden waren wir da: Sajuna Beach Club ist eine Anlage, die verschiedene Sportmöglichkeiten anbietet: Fußball, Volleyball, Tischtennis, Tischkicker, Trampolin, Bootfahren auf dem Volta-Fluss (was leider extra gekostet hätte) und zwei Smimmingpools.
FOR HAPPY PEOPLE ONLY stand über dem Eingang. Da waren wir schon mal richtig.
Die Kids hatten vor, ein Fußballmatch gegen andere Ghanaer zu spielen.
Aber von wegen: wie nicht anders zu erwarten waren sie so sehr vom Swimming Pool begeistert, dass sie fast den ganzen halben Tag darin verbracht haben. Für viele war es eben auch das erst Mal.
Es hat sooo viel Spaß gemacht mit den Jungs und Mädels im Wasser zu toben bis die Augen rot waren. Es hat mich schlichtweg glücklich gemacht, sie so ausgelassen zu sehen.
Was will man mehr?
Zu Mittag brachten wir ihnen Kenkey (ein in Plantainblätter gewickelter Teig mit Pepper).
Wir waren uns sicher, irgendwas musste schiefgehen. Wir konnten es kaum glauben. Bis zur letzten Minute lief alles glatt.
Aber natürlich blieb es nicht dabei. Der Referent sagte mir, dass der Bus 200 GHS kosten sollte. Aber plötzlich wollte der Fahrer 380 GHS. Das ist praktisch das Doppelte. Leider machte er keinerlei Kompromisse. Den Ref konnte ich in diesem Moment nicht kontaktieren, da mein Handy tot wahr.
Am nächsten Tag wusste der Referent von nichts und versprach, das Geld zurückzubringen. Darauf warten wir zwar noch.. aber okay.
Davon wollte ich mir mal meine schöne Erinnerungen an diesen Tag nicht verderben. Ist ja letztendlich nur Geld ;-)

Zum Schluss noch ein paar Fotos. Im nächsten Post werde ich von unserer Reise, die ich mit Janin und ihrer Freundin unternommen habe, berichten.
Bis dann meine Lieben ! <3

zu 34igst in einem 22-Sitzer
Das unten links ist Porridge.

Kurz vor dem Eingang erstmal schick machen - für was auch immer :D




Das sind Kati (eine ehemalige Freiwillige von vor zwei Jahren) und Elly (die Freundin von Janin zu Besuch).
der Volta-Fluss
Es gibt nichts, womit nicht gepost wurde ^^