Samstag, 15. Februar 2014

Hallö!

Wollte nur mal so schnell durchgeben, dass der Versicherungsfritze da war und alles Organisatorische vorerst erledigt hat. Er meinte zu mir, dass er persönlich eigentlich gar nicht hätte vorbeikommen müssen, aber er wollte, dass der Job gemacht wird. :D
In einer Woche ab jetzt dürfte ich alle Krankenversicherungskarten abholen können.

Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass wir mit ein paar anderen Freiwilligen bei dem Computerlab-Projekt von Bela ein paar Steine zementiert haben. Auf folgender Seite ist ein schönes Video von ihm, mit dem er versucht ein paar mehr Spenden zusammenzubekommen.

http://www.youtube.com/watch?v=JXqVLF14958&feature=youtu.be

Noch ein großes Dankeschön an die Familie Sturm, von der insgesamt nochmals 270  angekommen sind.

Haut rein und erfriert mir nicht!
Eure Franzi

Samstag, 1. Februar 2014

Neuigkeiten

Hallo meine Lieben aus Deutschland! Es gibt einiges zu erzählen.
Ich fange einmal damit an, dass wir alle Versicherungskarten erneuern lassen haben. Das waren etwa 25 Karten und hat umgerechnet 60 € gekostet. Wenn alles glatt läuft, wird nächste Woche ein Angestellter dieser Versicherungsmenschen zu uns nach Basco kommen und Fotos von den Kids machen, die noch keine Krankenversicherung haben. Nun hat sich herausgestellt, dass wir für Waisenkinder offenbar gar nichts bezahlen müssen. Jetzt wird das alles also noch billiger als es sowieso schon war. Aber keine Sorge, die Spenden, die von euch speziell für die Gesundheit der Kinder gedacht waren, werden auch nur dafür ausgegeben.

Soweit ich mich erinnere, habe ich euch noch nicht von unserer Klinik in Basco erzählt. Die ghanaische Bank Barclays hat dafür einiges gespendet. Allerdings wird an diesem Gebäude schon seit 3 Jahren gebaut, weil nicht genug Geld dafür vorhanden war. Bis vor einem Monat stand immer noch nur der Rohbau da. Aber zu Weihnachten hat Basco einiges an Spenden bekommen. Da wir nicht mehr daran geglaubt haben, dass wir die Klinik in diesem Jahr noch fertig sehen werden, freuen wir uns umso mehr, dass jetzt wieder daran gearbeitet wird. In den letzten Wochen wurden die Fenster und Türen fertig gemacht, Tore eingebaut und Fließen gelegt. Bis Ostern soll alles fertig sein. Wir bleiben gespannt.

Zudem habe ich nun ein Regal für die Bibliothek in Auftrag gegeben. Mein Mentor hat mir dabei geholfen und mir versichert er kenne einen guten Schreiner. :)

Ich möchte euch auch von einem Projekt des Freiwilligen Béla erzählen. Er wohnt mit zwei anderen in Nankese, einem Nachbardorf, und unterrichtet ICT in der Partnerschule Bascos „Victory Academy“. Diese Schule ist sehr arm ausgerüstet. Außer Klassenräume und einem Office gibt es dort praktisch nichts. Wie Andy muss Béla den Kindern das Wissen über Computer, Internet etc. theoretisch beibringen. Da wahrscheinlich kaum eins der Kinder jemals einen Computer gesehen hat, sind die Noten des letzten Terms auch entsprechend schlecht: Der beste der ganzen Schule hat gerade mal ein Zehntel der Punkte erreicht.
Deshalb hat Béla es sich zum Ziel gemacht, dort ein Computerlab aufzubauen. Klar, wir sind hier keine Entwicklungshelfer, aber Béla hat eben die finanziellen Connections. Warum also nicht? Von unserem Mentor wird er gut unterstützt. Auch wir aus Basco wollten ihm dabei helfen und haben mit ein paar anderen Freiwilligen und zwei Arbeitern schon 300 Zementblöcke auf ghanaische Art gepresst :-D
(An einem Tag war sogar noch Martin dabei und hat uns fleißig geholfen.)
Wenn die Sonne nicht gewesen wäre, wäre das eine leichte Arbeit gewesen ;-)
Auf jeden Fall braucht Béla aber wahrscheinlich insgesamt über 1000 Blöcke, was eine Menge Zeit beansprucht, vor allem wenn wir eigentlich nur am Wochenende Zeit haben.
Deshalb hat er soweit ich weiß inzwischen ein paar Arbeiter angeheuert.




Schließlich und endlich noch folgendes: Wenn die Schüler die JHS (Junior High School) in Basco abgeschlossen haben, geht es weiter auf die SHS (Senior High School). Allerdings werden Ghanaer bildungtechnisch nicht sonderlich gut von dem Staat unterstützt. Auf einer SHS müssen dann auch die Waisen Schulgeld bezahlen. Das ist der Grund, warum einige Waisen immer noch in Basco sind, obwohl sie eigentlich schon fertig mit der JHS sind. Sie warten betend darauf, dass sie irgendwann genug Geld zusammenkratzen können um weiterzulernen. Der Referent hilft ihnen dabei, aber leider kann er von den Spenden nicht das ganze Schulgeld für jeden aufbringen. Das sind rund 600 Cedi (200 €) pro Term (3 Monate).
Da ist William. Ein intelligenter junger Mann, der seit letztem Jahr fertig mit der JHS ist und uns anfangs erzählt hat, er würde am 15. Oktober zur weiterführenden Schule gehen. Schade, dachten wir. Er wuchs uns schnell nämlich ziemlich schnell ans Herz. Allerdings ging er am 15. nicht zur Schule. Immer wieder sagte er: „nächste Woche gehe ich zur Schule.“ Nichts da.. Er durfte nicht. Immer fehlte es am Geld. Aber die Hoffnung hat er nie aufgegeben. Die Traurigkeit haben wir trotzdem immer in seinen Blicken gesehen.
Jetzt, nach der Weihnachtszeit, konnte der Referent einiges übernehmen, aber es reichte trotzdem noch nicht ganz. Worauf ich hinaus will ist, dass wir ihm unter die Arme greifen und ihn mit den Spenden unterstützen wollen. Insgesamt haben wir ihm für das restliche Schulgeld und einigen Sachen, wie Matratze, Klamotten …, rund 400 Cedi gegeben.
Auf die gleiche Schule („Sutesco“ in Suhum, ich habe einst ein paar Fotos von meiner kleinen Besichtigung hochgeladen) geht Francis. Er ist im zweiten von drei Schuljahren und durfte im letzten Term teils die Endexamen nicht mitschreiben, weil er das Schulgeld noch nicht ganz bezahlen konnte. Und das ist natürlich nicht gut, weil es sich auf den Schnitt auswirken wird. Für diesen Term hat er es geschafft noch etwas Geld von seiner Großmutter und dem Referent zu bekommen. Bei den letzten 250 Cedi haben wir ihm nun auch ausgeholfen.
Alles schön und gut, aber leider wird das Glück nicht lang halten, da nach Ostern der nächste Term beginnt. Wir werden auf jeden Fall versuchen, die beiden so weit wie möglich zu unterstützen. Auch wenn es erstmal nur zwei sind. Es warten noch vier weitere Schüler in Basco.

Warum ich das euch alles erzähle? Einfach damit ihr wisst, wohin ein Teil eures Geldes fließt und weil somit vielleicht auch ein paar von euch das Bedürfnis verspüren diese Schüler zu unterstützen.
Wer spenden will, kann bei dem Post "Aktuelles in Basco" meine Kontodaten nachlesen.

Liebe Grüße
Franzi!

Samstag, 18. Januar 2014

Danke!

Ich hoffe, ihr fandet den Blogeintrag von Martin recht unterhaltsam.
Jetzt aber möchte ich mich herzlich bei folgenden Spendern bedanken:

Britta H.
Daniel H.
Martin H.
Thomas & Maria H.
Nele H.-S.
Andreas B.
Joachim S.
Anna-Rosa S.
Beate & Roland K.


Vielen vielen Dank!!!
Ihr macht unsere Arbeit um einiges leichter. Insgesamt sind 865 € zusammengekommen. Davon sind 385 € speziell für die Gesundheitsversorgung (inkl. Krankenversicherung) der Kinder gedacht.
Damit kommt man hier in Ghana sehr weit. Wir werden das Geld auf jeden Fall verantwortungsbewusst einsetzen.
Wir haben vor, nächste Woche zum Büro der Krankenversicherung zu gehen, abgelaufene Versicherungen zu aktualisieren und neue in Auftrag zu geben.

Nochmals: Danke von Janin, Andy und mir!

Ein schönes neues Jahr euch allen!

Martin in Ghana

Hallo, ich bin Martin de Hut J
Ich bin der Freund von der Franzi und habe sie ihn Ghana vom 21.12. bis zum 11.01. besucht. Dabei stießen meine Eltern am 31.12. dazu. Und dies ist mein Reisebericht über diese wundervollen Tage.

Meine ersten Eindrücke:
Ok. Ganz ehrlich. Mein erster Eindruck war jetzt nicht soooo positiv. Aber fairerweise muss man sagen, wenn man 16 Stunden Flug hinter sich hat (ein Flug nach Ghana über Dubai ist nicht zu empfehlen) , dann spricht es einen nicht gerade an, wenn erstmal die Taxifahrer einen umschwärmen und versuchen den „reichen Weißen“  übers Ohr zu hauen. Auch anschließend von jedem Taxi angehubt zu werden ist nicht so prickelnd.
Doch dann sitzt man endlich im Tro und hat seine Ruhe…
Ok, auch hier ist der erste Eindruck nicht soooo überragend. Vor allem wenn eine Ziege sich unter deinem Sitz befindet. Ich habe nicht schlecht gestaunt ^^
Auch mein erster Besuch bei einem Straßenstand ließ mich so einige Male an einem spaßigem Urlaub zweifeln. Doch das Essen war gut und auch an diesem Abend wurde mein erstes Alvaro (ein Getränk mit Birnengeschmack) aufgemacht. Und nach all den ersten Eindrücken kamen die zweiten und dritten Eindrücke. Und das Bild verbesserte sich. Erheblich ;)

Die Natur und die Gebäude:
Vom Anfang bis zu Ende hatte ich nur einen Gedanken wenn ich die Straßen, die Gebäude oder die Natur sah. Die Macher von dem Spiel Far Cry 2 haben die Landschaften echt gut getroffen. ^^
Da unsere Reise sich im Süden abspielte, war der Regenwald steht’s ein Begleiter.  Und den gab es im großen Stil oder auch im kleinen Stil zu bewundern. Man muss schon mal von seinem Sofa aufstehen und die kleine Distanz (ungefähr 5000km) überwinden, um über etwas wacklige Brücken zu laufen, die einem einen Blick gewähren, der jeden Meter der Entfernung wert ist. Die Brücken gehören zum Kakum-Nationalpark. Einer der Hauptreiseziele eines jeden Menschen der mit einer Kamera bewaffnet ist und keine Höhenangst hat. Doch hier zeigt sich mal wieder der "
Rassismus" der Ghanaer gegenüber Ausländer. 15 Cedi für Einheimische und 40 Cedi für Ausländer!!! Da schreit ja der Geldbeutel aus echtem Krokodilleder!!! Naja, immerhin ließ man uns zwei ausländische Schüler für 20 Cedi rein und nach einem kurzen Kommentar meines Vaters, dass meine Mutter die arme Mutter eines Schülers wäre, ließ man auch meine Mutter für 20 Cedi passieren. Nett sind die Ghanaer auf jeden Fall, aber dazu später mehr.
Der Regenwald im Kakum
Auf dem "Canopy Walkway"
Ebenfalls ein gutes Beispiel für die schöne Natur von Ghana war der größte Wasserfall Ghanas bei Hohoe am Grenzgebiet von Togo. Nicht nur der Wasserfall selber, sondern auch der Weg dorthin und die Fledermäuse die den Wasserfall umflogen waren es wert betrachtet zu werden. Naturfreunde kommen auf jeeeeeden Fall in Ghana und wie ich mir vorstellen kann in den meisten Regionen Afrikas, auf ihre Kosten. 

Mit 70 m der größte Wasserfall Westafrikas: der Wli

So, nun zum letzten Punkt, was die Natur angeht. Das Meer. Zwar sind so manche Wege zugemüllt, mit Waterpacks die ein echtes Umweltproblem darstellen, doch das Meer, das war steht’s sauber. Hier und da bekam ich vielleicht mal einen Schrecken als mich eine Tüte am Bein packte, da ich dachte dies sei eine Qualle oder irgendein anderes Tier von dem ich nicht weiß, dass es dort nicht vorkommt, dies könnte aber eher ein Zeichen für Paranoia sein ^^
Weniger Natur, mehr Kultur war der Markt von Kumasi. Der größte Markt von Westafrika wohl bemerkt. Das Gewusel der Menschenmassen lässt einen durch den Markt treiben. Doch wenn man die Sachen wegnimmt, die ein Ausländer mit seinem „andersorientierten Magen“ nicht zu sich nehmen darf und die Sachen die man sowieso nicht essen würde, dann bleiben einem eigentlich nur die Bilder die das Auge empfängt (da will ich (Franzi) protestieren: auch als Ausländer kann man hier so einiges essen ohne sich den Magen zu verderben). Naja. Und so mancher Geruch, die die Nase reinlässt. Vielleicht übertreibe ich auch ein wenig und man kann da mehr kaufen als der erste Augenblick einem vorspielt, aber man muss es nicht. Es reicht vollkommen einfach nur durchzulaufen und sich das anzusehen, wobei hier einen noch etwas anderes erfreut. Und zwar das man von den Verkäufern behandelt wird wie jeder andere Mensch. Kein „Obruni“ und kein „HEY!!!“. Sondern nur Verkäufer die damit beschäftigt waren ihre Preise herumzuschreien.  Aber wurde man einmal direkt angesprochen, dann nur um ein nettes Gespräch zu führen. Doch dazu später mehr ;)

Der Zentralmarkt von Kumasi ist mit einer Größe von 14 Fußballfeldern der größte in ganz Westafrika.
Hier gibt es alles - wirklich alles
Bohnen, Erdnüsse, Reis und vieles mehr...
Nun ein letztes Wort zu der Kultur. Und das geht annnn……..
Die Häuser.
Hast du eins gesehen, hast du alle gesehen. Nur die kleinen und großen Villen und die Kirchen unterscheiden sich. Kleine Quadratische Häuser die ein Wellblechdach haben (was bei Regen echt nerven kann), und dann noch immer derselbe Anstrich. Oder keiner. Vielleicht hier und dort ein Haus das in den Farben eines Handytarifanbieters angestrichen ist. (Jup, so machen die dort ihre Werbung) Doch ist dies für mich ein negativer Aspekt? Nicht unbedingt. Denn dort ist es immer warm, weswegen man keine Luxushäuser mit Wärmedämmung und allem braucht. Der Brunnen ist in der Mitte vom Dorf und Stromanschluss hat man oder hat man nicht. Dies zeigt einem was wirklich wichtig an einem Haus ist und was in westlichen Manieren sich gegönnt wird. Es muss nicht immer alles gepflastert sein, zum laufen reicht ein normaler Boden aus roter Erde. Und für die Touristen, die mit ihrer Kamera tausend Bilder machen wollen von Sachen, die immer wieder anders aussehen, sind diese Häuser nun mal nicht gemacht. Ein kleines Dorf aus Lehm- und Zementhäuser. Ein Wald im Hintergrund und lauter lachende Menschen, die auf Stühlen chillen. So hab ich Ghana im Normalfall erlebt. Und so fand ich es schön.

Die Menschen:
Zitat: „…und lauter lachende Menschen, die auf Stühlen chillen“.
So hat einmal ein großartiger, begabter und gut aussehender Mann die Ghanaer beschrieben. Das trifft auf jeden Fall zu. Doch ganz kurz, Ghanaer liegen oder sitzen nicht nur herum. Es wurden durchaus mehrfach hart arbeitende Ghanaer gesichtet. Ironisch geschrieben und doch entspricht es der Wahrheit. Und sowieso, bei dem Klima hätte ich nicht mal Lust vom Bett aufzustehen, weswegen man echt kurz mal für die Ghanaer applaudieren kann. Nein, ernsthaft. Applaudiert. Die haben es sich verdient. „klatsch, klatsch, klatsch“
Und eine Goldmedaille für ihre gute Laune. Tanzende Ghanaer mitten auf der Straße, freundliche Gesichter aus vollem Herzen und eine ständige Nachfrage nach dem Befinden sieht und hört man überall. Ghanaer die mit dir ein nettes Gespräch anfangen ist keine Seltenheit und durch ihren Humor bringt solch ein Gespräch auch der guten Laune etwas. Ein Paradebeispiel ist wohl Joe. Joe und sein Arbeitskollege und Kumpel Name-vergessen waren so freundlich unser Essen zu bezahlen, weil sie mitbekommen haben, wie Franzi nachgefragt hat, wieviel das Essen kostet, da wir etwas auf das Geld achten müssten (brauchten noch was für die Heimfahrt). Essen, Trinken und anschließend nochmal etwas zu trinken(Alvaro *_* ) in einem anderem Lokal. Und dann saßen wir da und redeten zwei Stunden über dies und das. Das Land Ghana, Franzis Jahr und nette kleine Geschichten. Joe war ein Mann, bei dem man merkte, dass er sich gerne sehr viel über etwas Gedanken macht. Er reist geschäftsbedingt durch das Land und hat schon viel gesehen. (Er hat übrigens ein Foto von sich und Will Smith, der zu damaliger Zeit den Film "Muhammad Ali" auf der Sklavenburg bei Cape Coast gedreht hatte. Dort waren wir ebenfalls. Also bei der Sklavenburg, nicht bei den Dreharbeiten, die sind schon lange vorbei.)
Dumm sind die in Ghana auf jeden Fall nicht, dass kann ich sagen. Und nett. Nett sind sie im Überfluss. Manchmal zu nett. Es kam oft vor, dass ich in BASCO etwas Wasser vom Brunnen holen wollte, doch meist erreichte ich den Brunnen nicht, ohne dass man mir den Eimer abnahm und alles für mich erledigte. Es war mir unangenehm neben einem kleinen Kind zu laufen, das sich abrackerte um 8 Kilo zu stemmen. Aber was will man machen.
Ach, übrigens. Egal wie eisern dein Herz ist, wenn plötzlich mehrere kleine Kinder aus einem Haus rausgerannt kommen, dich mit großen Augen anschauen und mit einem langgezogenem „O“ Obruni rufen, dann wirst auch du dahinschmelzen. Aber so was von. ;)


Die Fahrer:
Regelwerk:
Regel Nr. 1: Der, der mit seinem Auto am weitesten vorne ist, hat Vorfahrt.
Regel Nr. 2: Lass dich nicht bremsen. Höchstens von Löchern in der Straßen, doch kannst du denen  ausweichen, lass dich nicht bremsen und weich aus.
Regel Nr. 3: Schilder sind für‘n A****. Ampeln nicht. Bloß nicht!
Regel Nr. 4:  Fährst du jemanden an/um, lass dich nicht bremsen und fahr weiter. Der überlebt es schon.
Regel Nr. 5: Gurte sind für Weicheier.
Regel Nr. 6: Hab stets einen Aufkleber auf dem Auto, auf dem du deine Liebe zu Gott/Jesus zelebrierst.
Regel Nr. 7: Hupe bei jeder noch so kleinen Gelegenheit. Und wenn es keine Gelegenheit gibt, dann überlege dir eine!
Regel Nr. 8: Ernsthaft! Hupen ist verdammt wichtig!!

Das Essen und Trinken:
Zum Trinken kann ich nur sagen, dass man sich an das Trinken aus Plastikbeuteln echt schnell gewöhnt. Nur haben wir einmal eine Marke erwischt, die es scheinbar schmackhaft findet, wenn ihr Wasser nach Rauch schmeckt *kotz*. Das hat echt wie in einer Kneipe im Raucherbereich aus dem Beutel rausgestunken. In der Kneipe find ich das ok, aber nicht beim Wasser, das ich trinke!
Ansonsten war ich zufrieden mit dem was ich da an Wasser trank. Wenn es ging, trank ich aber lieber Alvaro. Aber ich glaub das wisst ihr schon ;)
Beim Essen gab es stets zwei Merkmale: Scharf und ölig. Das hat mit der Stärke variiert, weswegen  es immer wieder ein Hoffen war, das bei keinem von beiden übertrieben wird.
Da ich die ganzen Namen nicht mehr weiß und es schwer ist übers Essen zu reden, wenn es für den anderen unbekannt ist, lass ich mal die Details. Doch auch in Ghana gibt es beim Essen die Regel: „Geschmackssache“.

BASCO und die Freiwilligen:
Noch ein paaaaar Worte zu BASCO und den Freiwilligen, die dort einen echt guten Job machen. Also: Die machen einen echt guten Job dort im Busch J
Die Kinder von BASCO sind nette kleine Dinger, manchmal etwas theatralisch, aber das sind halt eben noch kleine Dinger. Bei der Schule selbst sieht man wie sie sich immer mehr erweitert und ausgebaut wird. Man spürt bei den Menschen dort die Freude auf etwas Neues und hört immer wieder in ihren Gebeten, wie sie Gott dafür danken, was andere Menschen für sie getan haben. Sie sind dankbar für das was sie besitzen und leben auch gut mit dem was sie besitzen.
Und die Freiwilligen, Andy, Janin und vor allem die hammermäßige Franzi (zur Erinnerung, hier schreibt Martin) machen dort ihre Arbeit wie man es machen sollte. Ihr Haus steht immer für die Kinder offen (außer wenn es Essen gibt, was nachvollziehbar ist. Beim Aufnehmen und Ausscheiden von Nahrung sollte Ruhe herrschen. ^^ ) Sie reden mit den Kindern, geben ihnen Abwechslung und helfen ihnen wenn es in ihrer Macht steht. Hier wird gern mal ein Fahrrad ausgeliehen, dort die Kamera in die Hand gedrückt und auch gerne mal der Kram der Kinder bei sich aufbewahrt, der jederzeit abgeholt werden kann. Auch wird immer wieder gegrübelt was man für Projekte machen könnte oder wie es mit den Projekten weitergehen kann. Und glauben Sie mir, als die Spenden ankamen, hat man sich gefreut und da glänzten die Augen auf. Das war Tatendrang ;)
Oder die Tatsache, dass das Licht in diesem Moment für zwei Stunden angeht. Zwei Stunden am Tag Strom. Und das nicht mal jeden Tag! Und soll ich noch was sagen. So schlimm ist das gar nicht.
Man kann das echt locker aushalten. Und dort wird es ausgehalten. Wenn das Licht nicht angeht, hat man ja noch Taschenlampen oder der wundervolle Sternenhimmel wird angeschaut.
Die drei leben inzwischen dort ganz entspannt unter den Ghanaer und haben sich integriert. (Soll aber nicht heißen, dass man sich dort nicht über die Süßigkeiten und das Nutella gefreut hat).
Ich für meinen Teil wünsche den dreien noch sieben Monate voller Erfahrung, Freude und Alvaro.
Mögen sie gesund nach Deutschland zurückkehren und den ganzen Luxus, der Deutschland zu bieten hat, mit voller Begeisterung zu schätzen wissen.
Ich für meinen Teil tue dies. Die letzten Tage in Deutschland waren voller kurzer Momente, wo ich stehen blieb und zu mir sagte: „Ja. Du kannst dich glücklich schätzen so etwas zu haben.“
Wasser aus dem Wasserhahn trinken, Licht/Strom im ganzen Haus, Medizin im Überfluss, Nutella, guten Kaffee auf Knopfdruck, Auto… und und und und und und und.
Man kann auch mit wenigem glücklich sein oder man kann wertschätzen was man hat.
Meine Reise nach Ghana in einem Satz?
Geht nicht, nicht einmal mit einem Bericht. Denn es geht über das Erzählen hinaus. Auch das Öffnen eines vollen Kühlschrankes gehört inzwischen zu meiner Reise und dem was ich erlebt habe. 

So schließe ich meinem Bericht ab mit einer Übersetzung eines Gespräches, welches man alle fünf Meter in einem Ghanaischen Dorf (hauptsächlich mit Kindern) führt. Der Ghanaer fängt an:
„Obruni, Obruni!!!“                         „Weißer, Weißer!!!“
„Hi“                                                        „Hi“
„Obruni, Obruni!!“                          „Weißer, Weißer!!“
„Obibini.“                                            „Schwarzer.“
*freudiges Lachen*                        *freudiges Lachen*
„How are you?“                                „Wie geht es dir?“
„Fine.“                                                  „Gut.“
„That’s great!“                                  „Das ist großartig!“
„And you?“                                         „Und dir?“
„Obruni, Obruni!“                            „Weißer, Weißer!“

Hier noch ein paar Fotos von Orten oder Dingen, die wir bereist bzw. erlebt haben:

Eine Bootstour bei der Voltamündung

Die Trostation in Koforidua
Cape Coast Castle: Eine wunderschöne Sklavenburg mit dunklem Hintergrund: 1000 Sklaven wurden hier auf engstem Raum zusammengepfercht um dann - wenn sie das überlebt hatten - nach Amerika verschifft zu werden.

So sieht es heute hinter der "Door of no return" aus
Ein Besuch bei der Glasperlenfabrik bei Krobo Odumase
Schritt für Schritt wurde uns erklärt wie man von Hand wunderschöne Glasperlen aus alten Flaschen herstellt.
5 Schafe im Kofferraum
Hühner unterm Sitz
Weihachten in Basco
Quatsch mit den Kindern
Und zum Schluss: liebe Grüße nochmal aus dem Tro in Ghana!

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Aktuelles aus Basco

Mit diesem Post möchte ich euch einen kleinen Zwischenstand geben, wie es gerade in Basco aussieht.
Momentan werden hier die
“End of First Term Examinations” geschrieben. Das Schuljahr ist hier nämlich in drei Terms aufgeteilt. Am Ende gibt es immer Endprüfungen. Und das von allen Fächern innerhalb von zwei Wochen. Zudem soll es auch noch “Mid Term Exams” geben und drei Tests, was aber nicht immer eingehalten wird.
Deshalb spiele ich zur Zeit die Aufsicht und darf das Ganze mal aus anderen Augen betrachten. ;-)

Mit meiner Bibliothek geht es gut voran. Ich bin gerade fleißig dabei, alle Bücher zu sortieren. Eine Ordnung gab es anfangs nämlich überhaupt nicht. Deshalb kostete es mich sehr viel Überwindung damit anzufangen. Neben der täglichen Unordnung nehme ich mir Fach für Fach vor, um Kinderbücher von Naturwissenschafts- und Schulbüchern zu trennen. Nach etwa zwei Monaten Arbeit habe ich jetzt ungefähr ein Viertel geschafft.
Aber wie Kinder halt so sind, werden die Bücher über den ganzen Raum verteilt, damit auch ja die maximale Unordnung entsteht. Zurück ins Regal kommen sie nur wie es einem gerade lieb ist, weshalb es teils noch echt schlimm aussieht.

Hier die Regalwand, zu der ich noch nicht gekommen bin.
Hier wurden die Bücher nur auf den Boden gestapelt.
Ich habe mir als Ziel gesetzt, mich um ein Regal für diese Lücke zu kümmern, da ich es sehr schade finde, dass nur Gott weiß, welche Schätze dort verborgen sind.

Auch wollte ich euch mal im Folgenden erzählen, was Andy und Janin eigentlich für Aufgaben in Basco haben und wie sie zurechtkommen.
Andy ist hier der ICT-Lehrer. Die Abkürzung steht für Information, Communication and Technology. Anfangs gab es noch eine Lehrerin, aber sie kam leider nicht mit den Kakaofliegen klar und verschwand eines Tages spurlos. So etwas kommt hier in Basco leider sehr häufig vor. Man könne froh sein, wenn ein Lehrer ein ganzes Schuljahr bleibt. Das liegt aber glaube ich auch daran, dass Basco so abgelegen ist. Hier ist einfach nicht viel los. Aber der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass Basco einfach kein Geld hat. Der Referent erzählte uns letztens, dass das meiste Geld für das Essen der Kinder draufgeht und er oft nicht weiß, wie er die Lehrer bezahlen soll. Und die bekommen gerade einmal 50 Cedi (17 €) im Monat.
Auf jeden Fall unterrichtet Andy die ganze Schule. Basic School mit 6 Klassen und Junior High School mit 3 Klassen. Weil das für eine Person eine ganze Menge ist, musste er deshalb einige Stunden streichen. Dazu kommt, dass wir zwar Computer haben, aber ja eben nur abends 2 Stunden Strom. Wir haben eine Batterie, die jedes Mal aufgeladen wird, aber die auch ziemlich schnell wieder leer geht, wenn man sie benutzt. Keine gute Grundlage, ICT zu unterrichten. Den meisten Schulen in Ghana geht das so. Entweder keine Computer, kein Strom oder keine geeigneten Lehrer. Oft wird deshalb nur Theorie unterrichtet, was leider nicht sehr viel Sinn macht. Es ist schwer, das Fach wirklich zu verstehen, wenn man nur stur Sätze über das Abspeichern von Dokumenten und das Kopieren von Texten mit dem rechten Mausklick auswendig lernt.
Zum Glück aber steht Andy ein Beamer zur Verfügung, mit dem er gelegentlich etwas zeigen kann.
Hier könnt ihr übrigens mal auf seinem Blog vorbeischauen. Er hat zwar nicht so viele Fotos, aber es lohnt sich. Er schreibt sehr amüsant xD
http://andyaufachse.wordpress.com/

Zu Janin: Während sie mir ab und zu beim Creative Arts unterrichten hilft, kümmert sie sich hauptsächlich um die Gesundheit der Kinder. Immer wenn die Kinder sich verletzt haben können sie mit ihren Wehwehchen zu ihr kommen. Von den letzten Freiwilligen haben wir hier noch ein paar Boxen mit einigen Medikamenten. Leider schwinden die Pflaster jedes mal so schnell, dass man sie kaum gesehen hat. Nachkaufen kann man die in Ghana komischerweise nicht, weshalb wir sie uns schicken lassen müssen.
Hat ein Kind schlimmeres, beispielsweise Malaria, geht’s ins Krankenhaus. Anders wie in Deutschland muss man sich das hier aber zweimal überlegen. Am Wochenende sieht's mit bestimmten Ärzten in Koforidua schlecht aus. Außerdem macht es nur Sinn morgens loszugehen, erstens weil es ein weiter Weg ist und zweitens weil nachmittags das Labor geschlossen ist und viele Ärzte schon wieder weg sind.
Erst kürzlich musste Janin mit einem kleinen Jungen, der eine entzündete Wunde an der Fußsohle hatte, ins Krankenhaus. Tagelang wurde er nicht behandelt, weil keine Zeit für ihn gefunden wurde. Aus welchem Grund auch immer. Laut Janin würden die Ärzte sich viel zu viel Zeit lassen. Während vor der Tür die Patienten reihenweise warten, quatschen sie seelenruhig über Privatangelegenheiten.
So durfte der Kleine von Montag bis Freitag warten, bis man ihn endlich operiert hatte.
Leider zahlt Janin nicht nur die Fahrt zum Krankenhaus. Viele Kinder in Basco haben keine Krankenversicherung. Diese ist aber überhaupt nicht teuer: für 10 Cedi (etwa 4 €) ist man für ein Jahr versichert. Eine Verlängerung kostet 4 Cedi (1-2 €).
Geht man mit einem nicht versicherten Kind ins Krankenhaus muss man dafür jedes Mal 10 Cedi bezahlen, um den sogenannten Folder zu bekommen. Das ist praktisch die Krankenakte, die man dem Arzt vorzeigen muss, um behandelt zu werden. Hinzu kommen die ganzen Medikamente. Die kosten hier zwar echt nicht viel, aber wenn man alles zusammenrechnet, summiert das sich ziemlich. Und Janin muss oft ins Krankenhaus. Einmal war sie jeden Tag in der Woche.

Da ich das langsam nicht mehr mitansehen kann, will ich hiermit für Spenden aufrufen. Wie gesagt: mit ein paar Euro kommt man hier schon sehr weit – kann sogar eine Krankenversicherung abschließen.
Wir haben hier ungefähr 170 Schüler. 60 davon sind Waisen, etwa 50 Kinder sind sogenannte Daystudents, kommen also von der Umgebung und laufen jedes mal nach der Schule wieder nach Hause. Der Rest geht nur in den Ferien nach Hause, weil dieses einige Kilometer entfernt ist, oder hat Eltern, die sich leider nicht um sie kümmern (können). Von rund 60 Kindern wissen wir, dass sie versichert sind. Über die Hälfte der Versicherungen müssen aktualisiert werden.Da die Daystudents theoretisch Eltern haben, die mit den Kindern ins Krankenhaus gehen können, haben wir uns zum Ziel gesetzt, uns erst einmal um die Kinder zu kümmern, bei denen das nicht der Fall ist. Da das noch eine ganze Menge ist würden wir uns sehr freuen, Unterstützung aus Deutschland zu bekommen!

Liebe Freunde, Verwandte und heimliche Leser!
Ich weiß, dass für die meisten ein paar Euro nicht viel Geld ist. Hier dagegen sind sie eine große Hilfe. Es wäre schön, wenn wir gemeinsam etwas Geld sammeln und einigen Kindern zu Weihnachten quasi eine Krankenversicherung schenken könnten.
Ich würde auch gerne Geld für das Regal in der Bibliothek sammeln, halte dieses Projekt aber für nicht so wichtig und will es deshalb hinten anstellen.

Da es wohl Leute gibt, die kein Vertrauen in das DRK haben und glauben, dass das Geld, das auf das Spendenkonto überwiesen wird, nicht bei mir ankommt, gebe ich hiermit sogar meine eigenen Kontodaten an:

Franziska Kern
Deutsche Kreditbank
BLZ: 120 300 00
Kontonr: 103 070 0908
IBAN: DE96 1203 0000 1030 709 08
BIC: BYLADEM 1001

Wir freuen uns über jede Spende und garantieren, dass sie zu 100 % für Projekte in Basco verwendet werden! Ich werde regelmäßig darüber berichten, was wir mithilfe eurer Hilfe auf die Beine gestellt haben.
Wer für etwas bestimmtes spenden möchte, soll das bitte im Verwendungszweck angeben.

Bitte unterstützt uns! Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit und frohe Weihnachten!

Eure Franzi

Achja, und auch hier noch den Link von Janins Blog: 
http://janin-in-ghana.blogspot.de/

Beerdigung

Am Tag vor unserer Ankunft in den Gastfamilien/Unterkünften starb die Großmutter des Gastvaters der drei Freiwilligen in Nankese. Jetzt, über 2 Monate später, fand die Beerdigung am 30. November statt. Etwas spät könnte man meinen. Dass man den Leichnam so lange aufbewahrt ist aber in Ghana nichts seltenes, vor allem wenn es sich um die Chief-Frau Obaapanin Adwoa Oduraa, die mit 91 Jahren starb, handelt.
Die im Vergleich etwas wohlhabendere Familie hat keine Kosten und Mühen gescheut: 22 000 Cedi (etwa 7000 €) sollen die Vorbereitungen und das Fest, das über drei Tage ging, gekostet haben. Beerdigungen sind in Ghana grundsätzlich eine große Sache. Die Erwartungen sind groß. Es geht dabei auch sehr darum, das gute Image zu bewahren.
Das Haus der Familie wurde neu gestrichen, eine extra Küche gebaut, der Hof asphaltiert, Gefriertruhen gekauft und ausgeliehen und im Wohnzimmer Platz für Matratzen gemacht, da viele Gäste von weit her kommen.
Schon Wochen vorher wurde das Fest mit Plakaten angekündigt. Eingeladen war jeder.
Wir drei hatten vor, am Samstag hinzugehen und ließen uns dafür von der Gastschwester der FW extra Oberteile schneidern: An diesem Tag träg man rot und schwarz. (Am Sonntag, an dem noch ein großer Gottesdienst stattfand, weiß und rot.)
Was genau am Freitag auf dem Programm stand, weiß ich nicht, aber Jan, Béla und Lennart erzählten uns, einige Autos seien mit der Leiche und viel Musik durch die „Stadt“ gezogen.

Da man uns sagte, wir sollten möglichst früh da sein, liefen wir mit unserem Frühstück in der Hand im Morgengrauen los nach Nankese. Dort angekommen merkten wir schnell, dass wir uns mehr Zeit lassen hätten können.
Nachdem wir die königlich geschmückte Großmutter im Chief-Haus bewundert hatten – was wir auch noch später machen hätten können  passierte lange nichts und wir saßen stundenlang einfach nur in unseren Stühlen (mitten am Ort an der Straße – die eigentliche Zeremonie fand nicht beim Familienhaus statt). 


Das ist George, mein Mentor, mit seinem Sohn. Er gehört auch zur Familie der Verstorbenen und ist praktisch der Gastbruder der drei Freiwilligen in Nankese.
Da ich mich aber schon auf lange Wartezeiten eingestellt hatte machte mir das nicht viel aus. Stattdessen kaufte ich mir zum Trost ein Brot mit Erdnussbutter (oh das hatte ich noch gar nicht erwähnt: die Erdnussbutter hier ist ENDGEIL! 100 % Erdnuss. Mein „Nutella-Ersatz“). Dieses konnte ich aber noch nicht verzehren, da uns gesagt wurde, dass wir zum Haus kommen könnten um etwas zu essen.
Danach zogen wir los zur Kirche. Wir waren etwas spät dran und hatten daher nur noch Platz in der ersten Reihe. Sechs Riesen-Obrunis (die Jungs sind alle knapp 2 Meter groß und Janin und ich sind für Mädels auch nicht gerade klein) mit alle demselben roten Aufzug in der ersten Reihe. Wir trauten uns kaum während dem Gottesdienst aufzustehen. Schauten wir nach hinten konnten wir alle überblicken. Diese Obibinis waren alle durchschnittlich einen Kopf kleiner als ich – was denke ich auch daran lag, dass das Durchschnittsalter relativ hoch lag.
Das muss richtig komisch ausgesehen haben :D Habe mich aber nicht getraut ein Foto davon zu machen.
Was es sonst noch zu sagen gibt: Der Pfarrer war mir teils etwas zu temperamentvoll – vor allem wenn er ständig das gleiche gepredigt hat
: “Accept Christ as your Lord and saviour.”


Wie in Deutschland wird in Ghana in der Kirche für Spenden aufgerufen. Allerdings anders: „Wer spendet 20 Cedi?“ „10 Cedi!“ Bis ganz runter. Es hat mich an eine Versteigerung erinnert.
In diesem Gottesdienst gabs dann auch noch ne Runde in der irgendwie jeder nach der Reihe aufgestanden ist. Am Schluss auch die erste Reihe.

Nach der Kirche folgten wir den Autos Richtung Friedhof, der etwas außerhalb vom Dorf liegt. Unter einer recht kurzen Zeremonie wurde der Sarg in die Grube gehoben.
Einige Frauen weinten. Das muss man sich aber ganz anders vorstellen wie in Deutschland. Ich möchte behaupten, dass wenn man Trauernde in Deutschland in der Öffentlichkeit sieht, verhalten sich die meisten zurückhaltend und ruhig. Manche versuchen die „Schwäche“, dass sie weinen, auch zu verstecken.
Ganz anders habe ich es an diesem Tag erlebt. Es ist ähnlich wie beim Beten. Die Frauen warfen die Hände in die Luft und machten ihren Gefühlen nicht nur durch Tränen Luft, sondern auch durch Worte: Sie riefen und schrien – wahrscheinlich zu Gott. Es hörte sich verzweifelt und verärgert an.
Ich bin sicher – wenn man nicht wüsste, dass man sich hier in einer komplett anderen Kultur befindet – viele würden solche Leute als verrückt erklären. Aber hier ist das einfach normal.

Auf den Sarg sitzen ist hier kein Problem ;-)

Zurück beim Haus gab's für jeden etwas zu essen und zu trinken. Wir redeten noch viel und schauten den Trommeltänzern zu.

Jan nahm die Aufforderung mitzutanzen an :-)
Ich mit dem noch jüngeren Sohn von George.
Am Schluss legten wir Freiwilligen noch etwas Geld zusammen um es der Familie zu spenden. :)
Und da es auch schon wieder dunkel wurde ließen wir den Rest alleine weiterfeiern. Ab gings zurück in den Busch.

Samstag, 23. November 2013

Odwira-Festival

Das Odwira-Festival dauert eine Woche, in der die Chiefs und sonstige Machthaber in Ghana ganz groß gefeiert werden. Joseph, ein Schüler von Basco, freute sich schon lang darauf, es uns am Samstag (16. November) zu zeigen. Ohne so wirklich zu wissen, was uns erwartet machten Janin und ich uns auf den Weg nach Suhum (wie K'dua eine etwas größere Stadt in unserer Nähe).
Joseph führte uns zur Main Station – einem großer Platz, auf dem die Zeremonie stattfinden sollte. Da wir nur so halbe Schattenplätze ergattern konnten, war uns entsprechend heiß. Aber zum Glück kam ab und zu eine Frau vorbei, die gekühltes Wasser verteilte.

Die Chiefs und Queens werden mit viel Musik über den Platz getragen. Ich wollte eigentlich auch ein Video hochladen. Das geht aber irgendwie grad nicht.
Getanzt wurde auch. In traditioneller Kleidung und zu traditioneller Trommelmusik.
Nach einer Stunde meinte Joseph, er könne uns auch noch was anderes zeigen. Da wir hier sonst noch 2 Stunden gesessen hätten nahmen wir dieses Angebot doch glatt an. Auf halbem Weg durch das Gemenge stießen wir zufällig auf Francis, ein ehemaliger Schüler von Basco. Da wir nichts bestimmtes vorhatten, ließen wir uns seine weiterführende Schule, die SHS (Senior High School) Sutesco, zeigen. Ich empfand sie mit ihrem weiten Gelände und den großen Bauten als sehr schön. 

Das erste Gebäude von Sutesco.

Ein Klassenzimmer. Für Ghana: guter Zustand!
Hier lernen und schlafen über 1500 Schüler.
Nach einem Rundgang ging's weiter. Joseph zeigte uns noch den Supermarkt, das (sehr kleine) Internetcafé und den Markt, auf dem seine Mutter Essen verkauft.
Dann setzten wir uns in einen Spot um zu erfrischen und ein paar Spieße zu genießen. Eine Runde Billard war auch mit drin. :-)


Josephs Bruder Nicholas, ich und Janin
Jetzt stieß auch Andy zu uns - mit den Jungs aus dem Nachbardorf (naja – die nennen das Stadt) Nankese und zwei ghanaischen Freunden.
Dann wurde es langsam dunkel. 
Shatta Wale, ein ghanaischer Musiker, wollte eigentlich diesen Abend in der Stadt auftreten, soll aber spontan nach Accra verschwunden sein. 

Während so einem Festival sieht man eben auch mal die Army durch die Straßen ziehen.

Und Kerosine gibts hier sowieso überall.

Eine Straße in Suhum. Das rechts ist übrigens ein typischer Trotro.
Wir liefen weiter durch die Straßen und blieben bei einem Spot hängen, dessen Boxen wie so oft hier auf der Straße standen und wir tanzten, was das Zeug hielt. Es machte richtig Spaß. Wir lernten zu der Musik, die man Hiplife nennt und an Dancehall erinnert, ein paar Schritte. Wir lernten auch „Al Qaeda“ – ein Tanzstil, der eigentlich nichts mit Al Kaida zu tun hat und über dessen Name deshalb heiß diskutiert wird.


Ein Ghanaer, der uns ein paar Schritte beizubringen versucht.
Hää? Da komm ich nicht mehr mit... :O
Das rechts ist übrigens Joseph.
Andy hat wieder viele neue Freunde gefunden.
Die drei hier (Lennard und Jan, den Namen von dem Ghanaer weiß ich nicht mehr) essen gerade Indomie: Nudeln mit Ei und Gemüse. Sehr lecker.
Naja.. auf jeden Fall tanzt man hier auch auf der Straße – dementsprechend kommen die Autos nur mit viel Geduld voran.

Es war ein gelungener Tag. Ghanaer wissen wie man feiert! Ich habe so das Gefühl, dass viele Deutsche, die ich kenne, dafür mehr Alkohol gebraucht hätten. :-P